Marie Curie
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Porträtfoto Marie Curie Der Rat der Verbandsgemeinde Bad Marienberg hat am 1. Juli 2013 beschlossen, dem Vorschlag der schulischen Gremien zu folgen und der Realschule plus Bad Marienberg den Namen „Marie-Curie-Realschule plus Bad Marienberg“ zu verleihen.
Im Zuge der Schulstrukturreform in Rheinland-Pfalz, die seit 2009 umgesetzt wird, hatten die beiden fusionierten Vorgängerschulen zunächst mit der vorgegebenen Bezeichnung „Realschule plus Bad Marienberg“ ihren gemeinsamen Betrieb aufgenommen. Während die Schulartbezeichnung „Hauptschule“ mit der Reform verschwand, wurde die alte Bezeichnung „Realschule“ in der neuen Bezeichnung fortgeführt. Aus diesem Grund hatte sich die Namenspatronin Marie Curie bereits in vielen Köpfen von Schülern und Eltern, aber auch von Institutionen festgesetzt, sodass viele Menschen die Realschule plus in Bad Marienberg mit der „Marie-Curie-Realschule plus“ identifizierten.
Für die schulischen Gremien waren vor allem folgende Gründe für diese Namenswahl ausschlaggebend:

Marie Curie

  • hat schon als junger Mensch Verantwortung in der schwierigen Situation ihrer Familie übernommen. Zugleich hat sie sich zielbewusst dafür eingesetzt, ihren Wissensdurst zu stillen. Sie fand sich nicht mit der damaligen gesellschaftlichen Rolle der Frau in ihrer Heimat Polen ab und studierte „um jeden Preis“ – illegal! Dennoch gab sie zunächst ihrer Schwester die Chance, ebenfalls in die Männerdomäne Naturwissenschaften einzudringen.

  • hat mit ihren bahnbrechenden Entdeckungen in zwei naturwissenschaftlichen Disziplinen, die sie zweimal auf das Podest der Nobelstiftung gebracht haben (bisher einmalig in der Geschichte des Nobelpreises), eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass Frauen genauso gut naturwissenschaftlich denken und arbeiten können wie Männer – oder sogar besser? Für Mädchen, Schülerinnen, kann sie auch heute zum Anstoß, Vorbild und zur Ermutigung werden. Selbstverständlich hat sie diese Vorbildfunktion auch für Jungen.

  • steht mit ihrem Namen als gebürtige Polin Maria Salomea Skłodowska in enger Verbindung zum europäischen Gedanken. Sie hatte den Mut, Grenzen (auch Landes- und Sprachgrenzen) zu überwinden und hat mit der subtilen Änderung des Vornamens in einem einzigen Buchstaben eine europäische Identität erreicht. Dass ausgerechnet ihr Name nun für ein grenzüberschreitendes, europäisches Stipendienprogramm steht, schreibt ihre Bedeutung für Europas Schulen, Universitäten und Bildung fest.

  • stellte ihre naturwissenschaftliche Bildung gezielt in den Dienst an Menschen. Bereits in der zweiten Kriegswoche des Ersten Weltkrieges fand sie in der Radiologie ein neues Betätigungsfeld. Vom Radiologen Henri Béclère erlernte sie die Grundlagen der Strahlenbehandlung und vermittelte das Wissen umgehend an Freiwillige weiter. In den Krankenhäusern, in denen sie arbeitete, herrschte ein akuter Mangel an Personal sowie an geeigneten Röntgenapparaten, es gab nur eine unzureichende Stromversorgung. Diese Umstände brachten sie auf die Idee, eine mobile Röntgeneinrichtung zu schaffen, mit der verwundete Soldaten in unmittelbarer Nähe der Front untersucht werden könnten. Während des Krieges rüstete Marie Curie insgesamt 20 radiologische Fahrzeuge aus, nachdem sie mit ihrem eigenen „Prototyp“ gemeinsam mit ihrer Tochter Irène bereits hinter der Front unterwegs gewesen war. Im Juli 1916 machte sie den Führerschein, um die Fahrzeuge selbst steuern zu können, arbeitete wenige Kilometer hinter der Front in militärischen Lazaretten und bewies damit nicht nur großen Mut, sondern auch soziales Verantwortungsbewusstsein.

  • hat mit ihrem Namen und ihrer Herkunft unserer Schule den Weg zu einer sehr gut funktionierenden Schulpartnerschaft mit einem polnischen Gymnasium geebnet, das jedoch unserer Schulform eher entspricht als einem hiesigen Gymnasium. Unsere polnischen Freunde sind stolz darauf, dass ihre deutsche Partnerschule den Namen der berühmtesten Polin trägt.